#StolenMemory - Gespräch mit Dr. Philipp Erdmann

Kategorie: Ausstellung
#StolenMemory - Gespräch mit Dr. Philipp Erdmann
Den Auftakt zum offenen Begleitprogramm zur Ausstellung 'Stolen Memory macht der Historiker Dr. Philipp Erdmann vom Stadtarchiv Münster. Er begleitete das Projekt „Münsters Vergessene Verfolgte“ aus nächster Nähe. Darüber hinaus verfügt er über vielfältige praktische Archiverfahrung, die er gerne bereit ist zu teilen. Er ist Kenner regionaler Erinnerungskulturen und der Biographieforschung zu NS-Opfern.
Eheringe, Kinderfotos, Uhren, Briefe oder Ausweisdokumente ‒ bei der Einlieferung in die Konzentrationslager nahmen die Nationalsozialisten den Häftlingen jegliche persönliche Habe ab. Nach dem Krieg konnte ein Teil der geraubten Gegenstände geborgen werden. Tausende Umschläge mit persönlichen Besitzstücken von Menschen aus über 30 Ländern gelangten 1963 zu den Arolsen Archives (Weltdokumentenerbe der Vereinten Nationen). Diese sogenannten Effekten warten auf die Rückgabe an die Familien der KZ-Häftlinge.
Die persönlichen Gegenstände der ehemaligen NS-Häftlinge erzählen vom Leben ihrer Besitzer*innen und verdeutlichen gleichzeitig ihren Verlust. Für die Familien der ehemaligen KZ-Häftlinge sind die Gegenstände von unschätzbarem Wert. Sie machen die Erinnerung und das Andenken greifbar, oft sind sie sogar die letzte Spur zu den NS-Opfern. Denn wie und wo die Menschen starben, ist häufig nicht bekannt. Aber auch wenn Häftlinge die KZ überlebt haben, sind die Besitzstücke für die Familien wichtig, besonders wenn ihre Angehörigen nicht über ihre Erfahrung sprechen konnten oder wollten. Das zeigen auch die vielen Geschichten, die auf stolenmemory.org erzählt werden.
Die Veranstaltungen finden jeweils am Ausstellungscontainer auf dem Bahnhofsvorplatz, also unter freiem Himmel, statt. (Bei ‚Unwetter‘ stehen nahe gelegene Räume zur Verfügung.) Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Ausstellung läuft vom 13.03. bis zum 31.03.2026, täglich 9 - 19 Uhr.
Organisator
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