Ausstellung "Pferde aus Farbe und Faden"

Reiten & Pferde

Kategorie: Reiten & Pferde

Ausstellung "Pferde aus Farbe und Faden"

Das fahle Pferd
Zu einem Werk von Mela Diamant in der Ebbers Galerie

Für ihr Werk „Das fahle Pferd“ ließ sich Mela Diamant unmittelbar von Albrecht Dürers berühmtem Holzschnitt**„Die vier apokalyptischen Reiter“** (1498) inspirieren, einem der eindrucksvollsten Bilder der europäischen Kunstgeschichte. Dürer visualisiert darin die Vision des Johannes aus dem sechsten Kapitel der Offenbarung, in der mit der Öffnung des vierten Siegels das fahle Pferd erscheint und sein Reiter den Namen Tod trägt.
In der Offenbarung heißt es: „Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd; und der darauf saß, dessen Name war Tod.“ Mit diesem Bild verbindet sich seit Jahrhunderten die Erinnerung an die Endlichkeit des menschlichen Lebens. Das fahle Pferd steht dabei nicht allein für den Tod als Ereignis, sondern für die Macht der Vergänglichkeit, die jedes Leben begleitet.
Während Dürer den Reiter des Todes als Teil einer unaufhaltsamen apokalyptischen Bewegung darstellt, löst Mela Diamant das Pferd aus der dramatischen Gesamtkomposition heraus und richtet den Blick auf das Wesen selbst. Ihr „Fahles Pferd“ wird dadurch zu einem eigenständigen Symbol – kraftvoll, würdevoll und zugleich geheimnisvoll. Es erinnert an die biblische Quelle, eröffnet aber darüber hinaus einen persönlichen und zeitgenössischen Zugang zu den Themen Sterblichkeit, Wandel und Erinnerung.
Im Lichthof der Ebbers Galerie erhält das Werk eine besondere Präsenz. Das Pferd begegnet den Besucherinnen und Besuchern nicht als reine Illustration einer biblischen Erzählung, sondern als Sinnbild für die Fragen, die Menschen seit jeher bewegen: Was bleibt? Was vergeht? Und welche Bedeutung erhält das Leben gerade durch seine Begrenzung?
So entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen drei Ebenen: der Vision des Johannes, Dürers meisterhafter Darstellung der Apokalypse und Mela Diamants künstlerischer Neuinterpretation. Aus einem Motiv, das ursprünglich Schrecken und Gericht verkörperte, wird ein Bild der stillen Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz – nachdenklich, eindringlich und von zeitloser Aktualität.
Im Spannungsfeld zu den Luftigen Objekten entdecken die Besucherinnen und Besucher die farbfrohen Pferdebilder der Künstlerin in der Galerie.

Öffnungszeiten: Mo - Sa 10 bis 18 Uhr

Datum:15. Juli - 21. Oktober 2026

Uhrzeit:15.07.2026 17:00 Uhr - 21.10.2026 18:00 Uhr

Organisator

Kultur im Elsberghaus

0178 136 2830

0 (Fax)

post@elsberg.info

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